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Jedermann 1954

Das Spiel vom „Jedermann“ hat ohne Zweifel durch Berlin und Salzburg Weltruf erlangt. Es steht immer wieder im Mittelpunkt vieler berühmter Freilichtbühnen. Der Dichter fand seine Anregung in einem alten englischen Märchen aus dem 15. Jahrhundert, wozu er selbst schreibt: „Die englische Fassung kam mir vor Jahren in die Hände. Der Eindruck war rein und groß, die Lust unbedingt, dieses Werk dem deutschen Repertorium einzuverleiben., in einem gedachten, idealen, dramaturgischen Verhältnis, ich welchem sich jeder mit dem Theater verknüpfte Dichter zeitweilig fühlen mag.“
Hugo von Hoffmannsthal schuf bereits mit seinem Jugendwerk „Der Tor und der Tod“, obwohl dem Grundmotiv des Todes gleichbleibend, ein Gegenstück zu seinem „Jedermannn“, denn der grübelnde Tod verlebte in einer unglücklichen Jagd nach dem Glück asketisch ein Leben, um erst im Angesicht des Todes die wahre Lebensrealität zu erkennen. Dem Jedermann ist es dagegen vergönnt, als ihm erbarmungslos die Todesstunde inmitten seiner vollsten Lebensblüte schlägt, doch noch bereuend, erkennend und glaubensgestärkt den Weg zu Gott zu finden.