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Ein Engel kommt nach Babylon

„Wer so aus dem letzten Loch pfeift so wie wir, kann nur noch Komödien verstehen“, lässt Dürrenmatt seinen Romulus sagen. Es zeigt die Grundhaltung des großen Dramatikers, der seine Stücke mischt aus scharfer Satire und bloßen Witzen, aus Dramatik und Kabarett, aus Poesie und Conference. In der 1953 uraufgeführten Komödie „Ein Engel kommt nach Babylon“ schuf Dürrenmatt eine der prachtvollsten Komödiengestalten unserer Zeit. Den Bettler Akki, den letzten Bettler Babylons. Diesen geringsten der Menschen will der Himmel die Gnade in Gestalt des Mädchens Kurrubi übergeben. Doch bei seinem Eintreffen befindet sich gerade der Gewaltherrscher Nebukadnezer mit Akki in einem Wettstreit, wer der bessere Bettler sei. Natürlich gewinnt Profi Akki und somit glaubt Kurrubi, dass Nebukadnezer der geringste der Menschen sei. Doch dieser verstößt sie, da sie ihn als Bettler liebt und nicht als König. Das Volk jedoch ist fasziniert von Kurrubi und möchte sie als Königin haben, was aber dem himmlischen Auftrag widerspricht. Nebukadnezer will nicht lernen, dass das Weltregieren dem Himmel zukommt und das Betteln dem Menschen, aber er begreift, dass jeder, der die Gnade des Himmels besitzt, von Menschen gehasst wird. So übergibt er Kurrubi dem Henker, der kein anderer ist als der geringste der Menschen: Akki, der Bettler. So ziehen beide am Ende begnadet und berauscht von der Schönheit der Erde einem neuen Leben entgegen. Diese Komödie zählt zumindest zu den drei besten Werken Dürrenmatts. Seine bekannteste ist jedoch „Der Besuch der alten Dame“. In Trebgast waren 1994 seine „Physiker“ zu sehen.