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Die Irre von Chaillot

Giraudoux ist einer der bedeutendsten Dramatiker des 20. Jahrhunderts. Die „Irre“ wurde erst ein Jahr nach seinem Tod herausgegeben und 1949 uraufgeführt. Es ist eine Satire auf die moderne Gesellschaft, an der sich in diesem Punkt seit 1939 nicht geändert hat. Er selbst sagt darüber: „Es hat sich eine Art „Mafia“ gebildet, die in den Bereichen Politik und Wirtschaft alle Schlüsselstellungen besetzt und nur eines kennt: Profit! So stehen einander zwei Welten gegenüber. Das Böse, symbolisiert durch die Bosse, und das Gute, symbolisiert durch die Irre und ihre Freunde. Es genügt, die Bösen zu beseitigen, um das Glück der Guten zu sichern. Mit dieser Vereinfachung wird die Härte der Satire gemildert und ins Märchenhafte verwandelt. Die Irre von Chaillot, es hat sie übrigens wirklich gegeben, dieses erhabene und zugleich lächerliche Wesen, symbolisiert Weisheit und gesunden Menschenverstand. Mit ihr hat Giraudoux eine Gestalt geschaffen, die zur Schar der reinen Toren gezählt und Parzival oder Don Quijote an die Seite gestellt werden darf. Die derzeitigen weltweiten Verhältnisse, in der zunehmend die korrupte und kriminelle Schicht das Sagen hat, lassen dies Schauspiel zu einem der aktuellsten werden.