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Der brave Soldat Schwejk

Inzwischen sind sie weltbekannt geworden „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“, die 1926 veröffentlicht wurden, drei Jahre nach dem Tod ihres Autors Jaroslav Hasek. Der tschechische Schriftsteller, 1883 in Prag geboren, Bürger der k.u.k. Monarchie, unternahm es, in diesem Roman mit den Waffen des Humors die Sinnlosigkeit des Krieges überhaupt darzustellen. Als Zeitzeuge erlebte er hautnah jene Ereignisse des Ersten Weltkrieges, welche sich auf dem südöstlichen Kriegsschauplatz abspielten. Er durchschaute die Absurdität des Geschehens. Die Genialität Haseks besteht darin, dass er seinen braven Soldaten naiv durch alle möglichen Situationen gehen lässt. Das ist vom Autor pfiffig angelegt, denn Schwejk kann unbefangen Wahrheiten sagen und Missstände aufzeigen, die unserem kompliziert denkenden Intellekt verborgen bleiben. Mit spitzer, satirischer Feder werden die damaligen Verhältnisse etwas überzeichnet und uns dadurch kritisch und deutlich vorgeführt: pathetische, vaterländische Ideologie, der Dünkel der Offizierskaste sowie selbstgefälliger Mediziner, die Einbildung spießiger Bürger. Schließlich geht es auch über die Repräsentanten der überalterten Herrschaftsstrukturen her wie Kaiser und Hochadel, welche augenzwinkernd veralbert werden.